Sternwartenbau – die zweite

Hier also das angekündigte Update. Die Sternwarte ist nun praktisch fertig, es fehlen nur ein paar Schönheitsarbeiten. Strom ist verlegt und ein Arbeitsplatz in der Hütte eingerichtet. Dafür werden die Nächte jetzt so kurz, dass der Einsatz erstmal relativ dürftig sein wird. Aber der Sommer/Herbst wird kommen (muss gar nicht so schnell sein), und dann wird es wieder schöne Deep-Sky-Projekte geben. Den Lacerta-Newton konnte ich ja schon in Betrieb nehmen, das wird schon.

Da steht sie in voller Schönheit in unserem Garten!
Und hier von oben mit geöffnetem Schiebedach.

Sternwartenbau

Virenzeit ist Heimwerkerzeit. In Nachbars Gärten laufen die Akkuschrauber und Kreissägen heiß, und bei mir ist es nicht anders. Hier ein paar Eindrücke vom Bau meiner Sternwarte (Schiebedachhütte). Inzwischen ist sie fast einsatzbereit, ich werde in ein, zwei Wochen wahrscheinlich nochmal posten.

Das Fundament mit Pflastersteinen und die Betonsäule hatte ich im letzten Herbst gelegt und gegossen. Jetzt geht es mit der Hütte weiter. Erst mal die Fußbodenverlegung.

Jede Menge Holz zu verarbeiten.
Die Wände enstehen.
Probeaufbau mit den Instrumenten.
Die Rahmenkonstruktion für die Laufschienen, auf denen das Dach rollen soll.
Richtfest! Das Dach läuft auf den Schienen!
Die Platten sind auf dem Dach. Nun fehlt noch die Dachpappe, dann ist erst mal dicht. Viel Kleinarbeit bleibt noch, aber Regen ist dann kein Problem mehr.

Zwei Wochen später

Tja, der Alltag hat uns wieder. Wie versprochen ist nun ein PDF erhältlich, das im wesentlichen diesen Blog beinhaltet, chronologisch aber richtig herum sortiert ist. Zusätzlich enthält es eine Übersicht über unsere Route, die ich hier aber auch einstelle. Wer an dem Reisebericht Interesse hat, meldet sich bitte einfach bei mir.

Die Route durch South Australia und Victoria
Tasmanien-Tour

Tag 39 – Sydney

Einen relaxten letzten Tag haben wir uns vorgenommen. Mit viel Fähre fahren. Zunächst aber einmal nett frühstücken.
Das Viertel “The Rocks” haben wir liebgewonnen. Es erinnert ein bisschen an den Bremer Schnoor (der natürlich viel schöner ist), da es kleine Gassen gibt. Das Viertel ist überschaubar und sehr nahe am Circular Quay, an dem die Fähren abgehen. Wir waren beim Bakers Oven Cafe.

Unscheinbar, aber gemütlich.

Es ist gar nicht so einfach, eine wirklich nette, ruhige Ecke zu finden, an der man gut frühstücken kann. Das Bakers Oven Cafe ist aber eine, mitten im Zentrum und doch gemütlich. Das hier ist ja eigentlich ein Reisebericht und kein Reiseführer – aber wenn doch mal jemand nach Sydney kommt: unbedingt hier auf der Terasse frühstücken, und schon kann an dem Tag gar nichts mehr schiefgehen.
Danach ging es auf die Fähre nach Belmain. Fähre fahren in Sydney ist großartig und einfach. Die gehören zum öffentlichen Nahverkehr und man “tapped” einfach mit der Kreditkarte auf die kontaktlosen Zahlstationen und fertig. Gelandet sind wir dann auf Cockatoo Island, soviel zum Thema “kann nichts mehr schiefgehen”. Da unser Tag aber nicht vollgestopft war, haben wir uns diese größte Insel im Sydneyer Hafenbereich angesehen. Sie besteht eigentlich nur aus alten Schiffsindustriegebäuden, ist aber trotzdem eine Attraktion mit teuren Übernachtungsmöglicheiten. Danach ging es dann aber nach Belmain.

Die Harbour Bridge mit der Opera im Hintergrund.

Zunächst aber noch eine Geschichte zur Harbour Bridge, die wir hier passierten (Vorsicht, aus zweiter Hand, keine geprüften Fakten!): Der Architekt hatte ursprünglich eine reine Stahlkonstruktion vorgesehen. Die Regierung war aber der Ansicht, dass das nicht halten würde, und bestand darauf, dass an den Enden zwei ordentliche Steintürme hinmüssten. Fachleute am Werk eben. Ende der Geschichte: die Steintürme kamen hin, statisch sind sie völlig belanglos. Sieht aber netter aus so.

Vor Cockatoo Island hatten sich Rennsegler für die Sail GP versammelt, um schon mal zu üben. Die Rennen sind Ende Februar. Die Yachten sind irre schnell und heben sich komplett aus dem Wasser, nur von kleinen Tragflächen gehalten.

Die Franzosen bei der Arbeit.

Dann ging es rüber nach Belmain.

Der Blick auf Sydney von Belmain aus.

Belmain hat einen netten Park, in dem sich Allfarbloris aufhalten.

So unglaublich süß!

Und eine ganz nette Hauptstraße, an der man flanieren und dann zu einem nachmittäglichen “Twisted Margharita” einkehren kann. Ist ja der letzte Urlaubstag.

Zurück im Zentrum mussten wir dann noch einen Blick in das “QVB”, das Queen Victoria Building, werfen. Sehr pompös, inzwischen weitgehed mit Modeläden gefüllt. Nicht die billigsten, was man daran erkennt, das keine Preise mehr ausgeschildert werden.

Das QVB von innen.

Dann sind wir mal nach unten. Die Läden wurden billiger. Und dann sind wir noch tiefer ins Unter-Untergeschoss. Da war normalo angesagt. Dort sind wir ein wenig rumspaziert, und als wir wieder hochkamen, waren wir praktisch am Westfield Tower. Die haben Sydney unterirdisch nochmal angelegt! Da kann man tagelang rumlaufen, völlig die Orientierung verlieren und nie Tageslicht sehen!

Die Tageswertung fehlt noch: auch dieser Tag geht an Sydney. Die Vielfalt mit den kurzen Wegen über Wasser kann Melbourne einfach nicht bieten. Endstand: Melbourne 1, Sydney 3,5. Was besseres Wetter so alles ausmacht! Die Oper ist zwar immer noch nicht weiß, aber die kleinen Macken fallen einfach nicht mehr so auf, wenn die Sonne scheint. Natürlich kennen wir beide Städte nach ein paar Tagen nicht wirklich und die Meinung basiert auf sehr begrenzter Erfahrung und ist subjektiv. Unser Resumee ist aber: Melbourne war schön, nach Sydney würden wir gerne zurückkommen.

Damit sind wir auch am Ende des Blogs angekommen. Tag 40 wird die Rückreise, und das muss man hier nicht mehr ausführen. Zeit, um ein paar Dankeschöns loszuwerden:
Danke an alle, die uns in diesem Blog auf unserer wundervollen Reise begleitet haben (es waren wohl doch einige).
Ein Danke geht auch an unsere Chefs und Arbeitgeber, die uns 6 Wochen Urlaub am Stück zugestanden haben.
Danke an Thilo für das Hüten des Hauses, und an Nina für die vielen Kommentare! Bestimmt werdet ihr in eurem Leben auch noch hierherkommen!
Und ein dickes Danke auch an TravelEssence für die Organisation und Umorganisation dieser Reise. Wir fühlten uns immer sicher aufgehoben!

Fazit: Wir kommen wieder – aber es wird ein paar Jahre dauern.

Diesen Blog werde ich als Reisetagebuch in pdf-Format umwandeln und ihn dann auch gerne auf Anfrage zusenden, wer auch immer Interesse daran haben mag.

Tag 38 – Sydney

Fahradfahren war angesagt. Wir hatten eine Tour mit Bonza Bikes, die uns quer durch das Zentrum von Sydney führte. Sehr, sehr nett ist es, gemütlich in der Gruppe mit Erklärbärin zu radeln und sich dabei schöne Ecken zeigen zu lassen und Hintergrundgeschichten zu hören zu bekommen.

Blick von der Harbour Bridge.

Die Runde führte uns bis zur Mitte der Harbour Bridge, dann durch die Barangaroo Reserve (hat den Namen von einer Aborigine, die als erste Englisch lernte und als Übersetzerin tätig war) und weiter nach Darling Harbour.

Perspektive von Barangaroo.
Blick vom Darling Harbour mit dem “ich werd mal ein Casino-Turm” hinten mittig. Schwer im Bau.

Weiter ging es durch Chinatown, den Hyde Park und am Rande des botanischen Gartens entlang.

Ja, wir waren wirklich da! Wenn auch durch Helme und Wind ziemlich derangiert.

Später sind wir auf eigene Faust nochmal nach Darling Harbour und haben den chinesischen Garten dort nahebei besucht.

Eine Oase der Ruhe inmitten der Großstadt.

Und nun zur Wertung: Sydney ist sehr abwechslungsreich. Und wenn wir den Café Culture Walk in Melbourne mit der Bonza Bike Tour in Sydney vergleichen, dann geht auch dieser Punkt an Sydney. Die Café-Tour war nicht schlecht, aber die Fahrradtour durch Sydney hat uns einfach einen ganz tollen halben Tag beschert. Nach drei Tagen daher: Melbourne 1, Sydney 2,5 Punkte.

Tag 37 – Sydney, Manly Beach

Raus aus dem Stadtzentrum – 30°C und Sonne rufen nach Strand und baden. Und das geht gut in Sydney und wurde uns auch von unserem Freund Christoph empfohlen. Mit der Fähre (öffentlicher Nahverkehr!) geht es vom Circular Quay rüber zum Manly Beach.

Blick von der Fähre zurück auf das Zentrum

Die „Festung“ im Vordergrund war übrigens die Verwahrstation für die ganz schlimmen Finger, die damals hierher abgeschoben wurden. Manly Beach ist nach einer halben Stunde erreicht. Ein schöner Strand mit guten Wellen für die Surfer, fürs Baden ist ein kleiner Teil reserviert. Wir haben uns eine ordentliche Portion Sonne abgeholt.

Der Strand von Manly.

Der Angler ist nicht aus Photoshop, sondern der war wirklich da. Es hat sich uns nicht erschlossen, wie man auf die Idee kommen kann, an einem Badestrand zu angeln, aber er schien das für das Selbstverständlichste von der Welt zu halten und hat eine ausgesprochene Ausdauer an den Tag gelegt.
Nach dem Baden haben wir uns auf einen Spaziergang gemacht. Der führt zum nächsten Strand, dem Shelly Beach. Unterwegs tauchen Wasserdrachen auf (Eastern Water Dragon).

Auch ein Einwohner von Sydney

Shelly Beach liegt etwas geschützter und hat am Rand Felsen. Also noch mal rein in die Badeklamotten und schnorcheln. Hat sich gelohnt, sicher mehr als 10 Fischarten haben wir jeweils gesehen. Der Spazierweg geht noch weiter, rein in den Sydney Harbour National Park. So nah an der Großstadt mitten in der Natur!
Die Fähren fahren lange, wir haben noch einen netten Pub mit gutem Essen, guter Musik und exzellentem Bier gefunden. Zum Teil selbstgebraut, Andrea hatte Dingo Pup.

Man beachte die Bierbeschreibungen hinter Andrea!

Die Fähre zurück bot dann noch schöne Ausblicke auf das nächtliche Sydney.

Wie ist das im Vergleich zu Melbourne?

Tja, in Melbourne gibt es eine so einfache Möglichkeit an den Strand nicht, oder wir haben sie schlicht nicht mitbekommen. Aufgrund des Pubs am Ende vergebe ich hier 1,5 von einem möglichen Punkt an Sydney. Gesamtstand nach zwei Tagen: Melbourne: 1, Sydney 1,5.

Tag 36 – Von Hobart nach Sydney

Vom schnuckeligen kleinen Flughafen in Hobart wieder ins Extreme der Metropolen – Sydney. Wir konnten, da wir schon vor drei im Hotel waren, ersten Kontakt aufnehmen. Unser Hotel liegt am Rand von Chinatown, was erstens heißt, dass man blendend Witze über das Corona-Virus machen kann, und zweitens, dass das Zentrum von Sydney fußläufig erreichbar ist. Da sind wir also losgestratzt und haben ein paar Sachen abgegrast, die auf dem Weg lagen: Hyde-Park, die alten Gebäude in der Macquarie Street, ein bisschen botanischer Garten und dann natürlich die Oper und der Blick auf die Harbour Bridge.

Wenn die Kirche halt nicht weg will… Spannend die Frage nach der Verteilung der Grundstücksrechte.

Was soll man sagen. Irgendwie machte Sydney ein bisschen einen verlodderten Eindruck auf uns. Alles nicht mehr ganz so schick, sondern ein wenig angegammelt. Wie in Melbourne aber auch hier der Kontrast zwischen den alten Gebäuden des 19. Jahrhunderts und den modernen Hochhäusern.

Die öffentliche Bibliothek links im Vordergrund.

Auch die Sydney Opera ist nicht mehr ganz frisch. Immerhin stammt sie aus 1966, und der Beton ist nicht mehr nagelneu. Gewundert hat uns aber auch, dass sie gar nicht weiß ist. Das ist aber nicht der Gammel, sondern tatsächlich ist der Farbton eher Elfenbein. Das fällt auf vielen Fotos gegen blauen Himmel anscheinend nicht auf.

Die Sydney Opera mit der Harbour Bridge im Hintergrund. Der schönere Anblick ist allerdings vom Wasser aus – das kommt morgen.

Heute war es zwar warm und trocken, aber bedeckt. Das mag auch ein Grund für unseren ersten Eindruck sein. Morgen soll es sonnig werden, da sieht es wahrscheinlich schon anders aus.
Im Hafen war noch die Queen Elizabeth zu Besuch und hat den Stadtteil “The Rocks” komplett verdeckt. Da hat mal eben eine Stadt angedockt!

Sydneys Zentrum mit der Queen Elizabeth.

Zum Abschluss des ersten Tages lassen wir die alte Konkurrenz zwischen Melbourne und Sydney mal wieder aufleben. Für uns ein klares 1:0 für Melbourne in der ersten Kontaktaufnahme. Das kann morgen aber schon ganz anders aussehen.

Tag 35 – Great Eastern Drive und Freycinet National Park

Nachdem wir gestern den Tag komplett in Hobart verbracht hatten, wollten wir heute zum tasmanischen Abschluss noch einmal etwas von der Insel sehen. Über den Great Eastern Drive entlang der Ostküste zum Freycinet Nationalpark war der Plan, das sind rund 200km eine Tour. Und das hat dann auch geklappt, so etwa 2 1/2 Stunden braucht man für eine Richtung. Da der Weg das Ziel ist (der Great Eastern Drive hat schon einige sehr schöne Abschnitte) ist das auch nicht langweilig.
Im Freycinet Nationalpark ist die Wineglass Bay eine der größten Sehenswürdigkeiten. Man muss sie aber erwandern.

Blick vom Aussichtspunkt der Wanderung

Vom Parkplatz geht es etwa eine halbe Stunde bergauf, bis man den Aussichtspunkt erreicht. Wir hatten Zeit genug, um auch den Abstieg zur Bay auf der anderen Seite zu machen.

Viel Rot in der Bay.

Unten angekommen sind neben dem Strand selbst auch die Felsen sehenswert, die teils kräftig rot gefärbt sind. Ursache dürften, wie in der Bay of Fires auch, spezielle Flechten sein. Die Bay of Fires haben wir übrigens leider verpasst, die lag zu weit ab vom Schuss für unsere Unterkünfte.

Ausblick auf erodierte und rundgeschliffene Felsen.

Ein sehr schöner Abschluss für Tasmanien – morgen geht es nach Sydney.
Tasmanien hat uns sehr beeindruckt. Die riesigen Gebiete völliger Wildnis und die sehr dünne Besiedelung sind ein Erlebnis. Und wir hatten wohl Glück mit dem Wetter. “Summer in Tasmania? There is no summer in Tasmania!” sagte uns der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen in Melbourne. Das gab Anlass zur Sorge, insbesondere, da er gebürtiger Londoner war. Wir hatten nicht einen verregneten Tag und Temperaturen von mittelmäßig bis warm.
Tschüss, Tassie!

Tag 34 – Hobart

Eine kurze Anfahrt von Kettering nach Hobart, und dann konnten wir schon am Vormittag mit dem Besuch in Hobart starten. Hobart ist ziemlich britisch/schottisch angehaucht, das merkt man doch sehr. Liegt halt an der Geschichte, ziemlich viele Schotten (auch Frauen) wurden nach Straftaten einfach hierher verschickt. Und natürlich begegnet einem dann auch gleich eine Backpiper-Truppe.

Ordnungsgemäß mit Kilt – aber mit Frauen? Das ist vielleicht nicht entsprechend der Tradition, aber nicht diskriminierend. Und das ist hier definitiv wichtiger.

Und bloß nicht “Dudelsäcke” sagen! Bloody Germans, es heißt Backpiper, sonst gibt es Ärger!!! Die Truppe ist übrigens die zweitälteste Backpiper-Gruppe in Tasmanien, aber bei weitem die Bestaussehende.
Dicht dabei der Kunsthandwerkermarkt, der Samstags in Hobart stattfindet. Deshalb hatten wir uns auch rangehalten, um da schauen zu können. Ziemlich groß, nett und gut besucht.

Kunsthandwerkermarkt in schöner Kulisse.

In Hobart finden sich noch viele Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, und zwar in sehr gutem Zustand. Da scheint manchmal die Zeit stehen geblieben zu sein.

Nicht getürkt, aber den richtigen Moment ohne Autos abgepasst.

Hobart hat es uns ziemlich angetan. Zwar nicht die Innenstadt mit dem Einkaufsbereich, aber der Bereich Salamanca und die Piers sind herrlich zum Bummeln. Und die Stadt ist innerhalb kurzer Zeit überschaubar. Etwas über 200.000 Einwohner sind ja auch nicht abschreckend.

Relaxed in Hobart mit Hausberg.

Und wieder fragt man sich, ob man nicht doch woanders ist…

Hobart? Oder doch Hogwarts?

Zum Schluss noch etwas aus der Reihe “nutzlose Fakten aus Hobart”: In Hobart war Anfang des 20. Jahrhunderts mal die größte Marmeladenfabrik der Welt (jedenfalls außerhalb Englands). Mehrere hundert Tonnen Zucker und Früchte hat man hier mit 1100 Arbeitern wöchentlich verarbeitet. Von Outsourcing hatten sie damals aber noch nichts gehört, alles wurde in der Fabrik selbst gemacht: die Konservendosen, die meisten benötigten Maschinen, und sogar die Schiffe, die die Früchte von überall aus Tasmanien herbrachten, gehörten zu der Fabrik. Konzentration aufs Kerngeschäft sieht anders aus.

Die alte Fabrik.

Heute ist in einem Teil der ehemaligen Fabrik die Universität mit der Kunstabteilung.

Tag 33 – MONA

Kultur, Kultur! Den heutigen Tag hatten wir fest für das MONA (Museum of Old and New Art) verplant. Das MONA ist das größte privat finanzierte Museum Australiens und absolut bemerkenswert. Es ist zum größten Teil unterirdisch auf der Halbinsel Berriedale bei Hobart angelegt. Beherbergen tut es vorwiegend zeitgenössische Kunst, auch wenn es “Old” im Namen trägt, liegt der Fokus auf aktueller Kunst.

Ausblick vom MONA Richtung Mount Wellington. Im Vordergrund ein Teil des Gebäudes.

Aktuelle Kunst heißt nicht nur Malerei und Skulpturen, sondern viele Installationen. Zum guten Teil werden auch moderne Technologien wie augmented Reality und computergesteuerte Mechanismen verwendet. Die aktuelle Eingangsausstellung, “Mine” von Simon Denny, hat uns allerdings fast zum Verlassen des Museums gebracht. Das war unzugänglich und auch abschreckend, wobei wir am Anfang aber auch noch mit der Art und Weise der Organisation des Museums zu kämpfen hatten. Man bekommt kleine, handygroße Computer, die erkennen, wo man sich befindet und dann bei richtiger Bedienung Informationen zu den ausgestellten Stücken geben. Die Bedienung wird allerdings nicht erläutert und ist auch nicht ganz intuitiv.

Ein Wasserfall, der schreiben kann! Die Tropfen werden so erzeugt und beleuchtet, dass beliebige Wörter kurz auftauchen und herabfallen.

Nach der Eingangsausstellung wurde es dann aber doch noch ein Erlebnis. Das Gebäude sowieso!

Das MONA von innen. Viel Sandstein.

Der Tattoo-Mann oben im Vordergrund ist Tim Steiner. Er sitzt regungslos an dieser Stelle 6 Monate im Jahr für das MONA. Außerdem hat er sein Rückentattoo verkauft. Nach seinem Tod wird das entfernt und seinem Besitzer übergeben.

Wir selbst in einem Labyrinth aus Zahlen

Und es gibt noch viel mehr schräge und verblüffende Sachen. Hier hat man zum Beispiel die menschliche Verdauung nachgebaut.

Der Verdauungsapparat.

Im Hintergund ist der Mund, da kommt Essen rein. Dann wandert das durch die fünf Stationen und wird verdaut. Im Vordergrund kommt dann das zum Vorschein, was die englischsprachigen Leute so verniedlichend “poo” nennen. Funktioniert tadellos!

Das ist natürlich nur ein ganz kleiner Einblick. Wir haben fast sechs Stunden im MONA verbracht.

Und der hier muss einfach noch sein: Die Tasmanen sind bezüglich ihres Weinanbaus sehr empfindlich und können auch schon mal derbe werden, wenn sie befürchten, dass da was passieren könnte:

Ja nicht in die Nähe der Reben kommen.

Am Ende des Tages hat es noch gereicht, um auf den Mount Wellington zu fahren. Uncool, man kann mit dem Pkw ganz hoch. Aber soooo bequem!

Hobart aus 1,7km Höhe.