Tag 36 – Von Hobart nach Sydney

Vom schnuckeligen kleinen Flughafen in Hobart wieder ins Extreme der Metropolen – Sydney. Wir konnten, da wir schon vor drei im Hotel waren, ersten Kontakt aufnehmen. Unser Hotel liegt am Rand von Chinatown, was erstens heißt, dass man blendend Witze über das Corona-Virus machen kann, und zweitens, dass das Zentrum von Sydney fußläufig erreichbar ist. Da sind wir also losgestratzt und haben ein paar Sachen abgegrast, die auf dem Weg lagen: Hyde-Park, die alten Gebäude in der Macquarie Street, ein bisschen botanischer Garten und dann natürlich die Oper und der Blick auf die Harbour Bridge.

Wenn die Kirche halt nicht weg will… Spannend die Frage nach der Verteilung der Grundstücksrechte.

Was soll man sagen. Irgendwie machte Sydney ein bisschen einen verlodderten Eindruck auf uns. Alles nicht mehr ganz so schick, sondern ein wenig angegammelt. Wie in Melbourne aber auch hier der Kontrast zwischen den alten Gebäuden des 19. Jahrhunderts und den modernen Hochhäusern.

Die öffentliche Bibliothek links im Vordergrund.

Auch die Sydney Opera ist nicht mehr ganz frisch. Immerhin stammt sie aus 1966, und der Beton ist nicht mehr nagelneu. Gewundert hat uns aber auch, dass sie gar nicht weiß ist. Das ist aber nicht der Gammel, sondern tatsächlich ist der Farbton eher Elfenbein. Das fällt auf vielen Fotos gegen blauen Himmel anscheinend nicht auf.

Die Sydney Opera mit der Harbour Bridge im Hintergrund. Der schönere Anblick ist allerdings vom Wasser aus – das kommt morgen.

Heute war es zwar warm und trocken, aber bedeckt. Das mag auch ein Grund für unseren ersten Eindruck sein. Morgen soll es sonnig werden, da sieht es wahrscheinlich schon anders aus.
Im Hafen war noch die Queen Elizabeth zu Besuch und hat den Stadtteil “The Rocks” komplett verdeckt. Da hat mal eben eine Stadt angedockt!

Sydneys Zentrum mit der Queen Elizabeth.

Zum Abschluss des ersten Tages lassen wir die alte Konkurrenz zwischen Melbourne und Sydney mal wieder aufleben. Für uns ein klares 1:0 für Melbourne in der ersten Kontaktaufnahme. Das kann morgen aber schon ganz anders aussehen.

Tag 35 – Great Eastern Drive und Freycinet National Park

Nachdem wir gestern den Tag komplett in Hobart verbracht hatten, wollten wir heute zum tasmanischen Abschluss noch einmal etwas von der Insel sehen. Über den Great Eastern Drive entlang der Ostküste zum Freycinet Nationalpark war der Plan, das sind rund 200km eine Tour. Und das hat dann auch geklappt, so etwa 2 1/2 Stunden braucht man für eine Richtung. Da der Weg das Ziel ist (der Great Eastern Drive hat schon einige sehr schöne Abschnitte) ist das auch nicht langweilig.
Im Freycinet Nationalpark ist die Wineglass Bay eine der größten Sehenswürdigkeiten. Man muss sie aber erwandern.

Blick vom Aussichtspunkt der Wanderung

Vom Parkplatz geht es etwa eine halbe Stunde bergauf, bis man den Aussichtspunkt erreicht. Wir hatten Zeit genug, um auch den Abstieg zur Bay auf der anderen Seite zu machen.

Viel Rot in der Bay.

Unten angekommen sind neben dem Strand selbst auch die Felsen sehenswert, die teils kräftig rot gefärbt sind. Ursache dürften, wie in der Bay of Fires auch, spezielle Flechten sein. Die Bay of Fires haben wir übrigens leider verpasst, die lag zu weit ab vom Schuss für unsere Unterkünfte.

Ausblick auf erodierte und rundgeschliffene Felsen.

Ein sehr schöner Abschluss für Tasmanien – morgen geht es nach Sydney.
Tasmanien hat uns sehr beeindruckt. Die riesigen Gebiete völliger Wildnis und die sehr dünne Besiedelung sind ein Erlebnis. Und wir hatten wohl Glück mit dem Wetter. “Summer in Tasmania? There is no summer in Tasmania!” sagte uns der Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen in Melbourne. Das gab Anlass zur Sorge, insbesondere, da er gebürtiger Londoner war. Wir hatten nicht einen verregneten Tag und Temperaturen von mittelmäßig bis warm.
Tschüss, Tassie!

Tag 34 – Hobart

Eine kurze Anfahrt von Kettering nach Hobart, und dann konnten wir schon am Vormittag mit dem Besuch in Hobart starten. Hobart ist ziemlich britisch/schottisch angehaucht, das merkt man doch sehr. Liegt halt an der Geschichte, ziemlich viele Schotten (auch Frauen) wurden nach Straftaten einfach hierher verschickt. Und natürlich begegnet einem dann auch gleich eine Backpiper-Truppe.

Ordnungsgemäß mit Kilt – aber mit Frauen? Das ist vielleicht nicht entsprechend der Tradition, aber nicht diskriminierend. Und das ist hier definitiv wichtiger.

Und bloß nicht “Dudelsäcke” sagen! Bloody Germans, es heißt Backpiper, sonst gibt es Ärger!!! Die Truppe ist übrigens die zweitälteste Backpiper-Gruppe in Tasmanien, aber bei weitem die Bestaussehende.
Dicht dabei der Kunsthandwerkermarkt, der Samstags in Hobart stattfindet. Deshalb hatten wir uns auch rangehalten, um da schauen zu können. Ziemlich groß, nett und gut besucht.

Kunsthandwerkermarkt in schöner Kulisse.

In Hobart finden sich noch viele Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, und zwar in sehr gutem Zustand. Da scheint manchmal die Zeit stehen geblieben zu sein.

Nicht getürkt, aber den richtigen Moment ohne Autos abgepasst.

Hobart hat es uns ziemlich angetan. Zwar nicht die Innenstadt mit dem Einkaufsbereich, aber der Bereich Salamanca und die Piers sind herrlich zum Bummeln. Und die Stadt ist innerhalb kurzer Zeit überschaubar. Etwas über 200.000 Einwohner sind ja auch nicht abschreckend.

Relaxed in Hobart mit Hausberg.

Und wieder fragt man sich, ob man nicht doch woanders ist…

Hobart? Oder doch Hogwarts?

Zum Schluss noch etwas aus der Reihe “nutzlose Fakten aus Hobart”: In Hobart war Anfang des 20. Jahrhunderts mal die größte Marmeladenfabrik der Welt (jedenfalls außerhalb Englands). Mehrere hundert Tonnen Zucker und Früchte hat man hier mit 1100 Arbeitern wöchentlich verarbeitet. Von Outsourcing hatten sie damals aber noch nichts gehört, alles wurde in der Fabrik selbst gemacht: die Konservendosen, die meisten benötigten Maschinen, und sogar die Schiffe, die die Früchte von überall aus Tasmanien herbrachten, gehörten zu der Fabrik. Konzentration aufs Kerngeschäft sieht anders aus.

Die alte Fabrik.

Heute ist in einem Teil der ehemaligen Fabrik die Universität mit der Kunstabteilung.

Tag 33 – MONA

Kultur, Kultur! Den heutigen Tag hatten wir fest für das MONA (Museum of Old and New Art) verplant. Das MONA ist das größte privat finanzierte Museum Australiens und absolut bemerkenswert. Es ist zum größten Teil unterirdisch auf der Halbinsel Berriedale bei Hobart angelegt. Beherbergen tut es vorwiegend zeitgenössische Kunst, auch wenn es “Old” im Namen trägt, liegt der Fokus auf aktueller Kunst.

Ausblick vom MONA Richtung Mount Wellington. Im Vordergrund ein Teil des Gebäudes.

Aktuelle Kunst heißt nicht nur Malerei und Skulpturen, sondern viele Installationen. Zum guten Teil werden auch moderne Technologien wie augmented Reality und computergesteuerte Mechanismen verwendet. Die aktuelle Eingangsausstellung, “Mine” von Simon Denny, hat uns allerdings fast zum Verlassen des Museums gebracht. Das war unzugänglich und auch abschreckend, wobei wir am Anfang aber auch noch mit der Art und Weise der Organisation des Museums zu kämpfen hatten. Man bekommt kleine, handygroße Computer, die erkennen, wo man sich befindet und dann bei richtiger Bedienung Informationen zu den ausgestellten Stücken geben. Die Bedienung wird allerdings nicht erläutert und ist auch nicht ganz intuitiv.

Ein Wasserfall, der schreiben kann! Die Tropfen werden so erzeugt und beleuchtet, dass beliebige Wörter kurz auftauchen und herabfallen.

Nach der Eingangsausstellung wurde es dann aber doch noch ein Erlebnis. Das Gebäude sowieso!

Das MONA von innen. Viel Sandstein.

Der Tattoo-Mann oben im Vordergrund ist Tim Steiner. Er sitzt regungslos an dieser Stelle 6 Monate im Jahr für das MONA. Außerdem hat er sein Rückentattoo verkauft. Nach seinem Tod wird das entfernt und seinem Besitzer übergeben.

Wir selbst in einem Labyrinth aus Zahlen

Und es gibt noch viel mehr schräge und verblüffende Sachen. Hier hat man zum Beispiel die menschliche Verdauung nachgebaut.

Der Verdauungsapparat.

Im Hintergund ist der Mund, da kommt Essen rein. Dann wandert das durch die fünf Stationen und wird verdaut. Im Vordergrund kommt dann das zum Vorschein, was die englischsprachigen Leute so verniedlichend “poo” nennen. Funktioniert tadellos!

Das ist natürlich nur ein ganz kleiner Einblick. Wir haben fast sechs Stunden im MONA verbracht.

Und der hier muss einfach noch sein: Die Tasmanen sind bezüglich ihres Weinanbaus sehr empfindlich und können auch schon mal derbe werden, wenn sie befürchten, dass da was passieren könnte:

Ja nicht in die Nähe der Reben kommen.

Am Ende des Tages hat es noch gereicht, um auf den Mount Wellington zu fahren. Uncool, man kann mit dem Pkw ganz hoch. Aber soooo bequem!

Hobart aus 1,7km Höhe.

Tag 32 – Bruny Island

Rauf auf die Insel vor der Insel – Bruny Island. Von Kettering geht die Fähre, die uns innerhalb einer guten Viertelstunde nach Bruny Island übersetzt. Bruny Island ist bemerkenswert groß, etwa 50km von Nord nach Süd. Besonders an der Topologie ist die Trennung in Nord- und Südteil. Die Verbindung, “the neck” genannt, ist schon sehr schmal und lang. Es gibt auch den passenden Aussichtspunkt.

Das ist mal eine coole Überfahrt!

Auf dem Südteil ging es dann in die Adventure Bay, im Bild oben links. Der Zipfel gehört zum South Bruny National Park, und dort kann man, wie sollte es anders sein, eine Wanderung machen. Die geht erst an der Küste entlang und dann recht steil hoch zum 272m hohen Cape Fluted.

Der Anblick des Capes von unterwegs. Da hinten oben sind wir rauf.

Unterwegs bieten sich phantasische Ausblicke über die Steilküste. Und das ganze lädt zu waghalsigen Aktionen ein.

Todesmutig nur für ein Bild!

Die Wanderung gehört auch in die Aufzählung “60 Great Short Walks” in Tasmanien. War anstrengender als wir dachten, aber die 272m hatten wir schlicht überlesen.

Unglaublich weiter Ausblick von oben.

Die Steilküste kommt in den Bildern nicht so richtig rüber, aber zumindest “The Neck” kann man hier im Hintergrund gut erkennen. Unterwegs haben wir tatsächlich die sehr seltenen und gefährdeten Swift Parrots, die schnellsten Papageien der Welt, gesehen. Bis zu 100km/h können sie fliegen.

Wal in der Welt.

Die Skulptur oben weist auf die Vergangenheit der Adventure Bay hin. Das war einmal Station für eine Reihe von Walfängern, so etwa von 1800 bis 1830. Den Southern Right Whale haben sie innerhalb dieser Zeit fast ausgerottet. Natürlich lohnte sich der Walfang dann nicht mehr, und alle sind wieder abgezogen. Irgendwie immer wieder dieselbe Geschichte, Tasmanien wurde ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet, bis die Ressourcen erschöpft waren. Schutz durfte niemand erwarten, natürlich auch nicht die Aborigines, denen auch hier übelst mitgespielt wurde.

Tag 31 – Von Tarraleah über den Mount Field National Park nach Kettering

Aber bevor es losging erst noch zum Golf. Die Anlage weist gewisse Ähnlichkeiten mit der in den Grampians auf. Nachdem ich mein Greenfee eingeworfen habe, freue ich mich auf den Start. Dann gibt es aber eine Überraschung: Der Driver ist für Rechtshänder, das hatte ich gesehen. Der Rest des Sets ist für Linkshänder, na super. Nachdem ich probiert habe, das putten mit links eigentlich kein Thema ist, dachte ich, wenn Du in Australien auf der linken Seite fahren kannst, wirst Du ja wohl auch linkshändisch Golf spielen können. Nach ein paar Löchern wurde es tatsächlich besser. Und wenn ich mich nicht verzählt habe, dann habe ich jetzt auch die Platzreife mit Linkshänder-Schlägern. Wer kann das schon von sich behaupten.

Der Tarraleah-Golfplatz. Mit europäischen Bäumen. Man beachte die schöne links-rechts-Mischung im Bag.

Dann aber los. Da die Fahrt nicht sehr lang ist, haben wir einen kleinen Umweg zum Mount Fields National Park gemacht. Der Spaziergang zu den Russell Falls ist umwerfend (“One of the Top 60 Tasmanian short walks” – mit Recht). Man geht durch eine derart dichte Baumfarnlandschaft, dass man schon gar nicht mehr glauben kann, dass das natürlich ist. Das wirkt schon eher wie in Fantasy-Geschichten wie Avatar.

Das ist wirklich echt, kein angelegter Garten!

Der Wasserfall ist ebenfalls einer der sehr schönen Sorte. Ich bin sonst kein Wasserfall-Fan, wir haben unverzeihlicherweise sogar die McKenzie-Falls in den Grampians ausgelassen, aber dieser ist malerisch. Relativ breit über verschiedene Terassen kommt das Wasser herunter.

Die Russell-Falls.

Danach der Rest nach Kettering mit einer ersten Hobart-Durchfahrt. Komplett ungewohnt – andere Autos, Bebauung, Bewirtschaftung. Bisher haben wir Tasmanien fast komplett als Naturpark kennengelernt. Nur wilde Natur, der nächste „Supermarkt“ ist üblicherweise ein Tante-Emma-Laden und 60km weit weg. Und wenn die Tanknadel unter 50% fällt, dann ist das langsam ein Alarmsignal. Das ist eine Umstellung!

Tag 30 – Lake Claire National Park

Erster Tagespunkt heute war „The Wall“. Der Bildhauer Greg Duncan hat hier eine Idee verwirklicht, die ziemlich monumental ist. Er wollte auf 100 Holzpaneelen, jede einzelne 1m breit und 3m hoch, die Geschichte Tasmaniens erzählen. Er hat dafür tatsächlich Unterstützer gefunden und die Idee umgesetzt. Nicht alle Paneele sind schon fertig, er arbeitet teilweise noch dran, aber alle stehen, zusammen als Wand 50 Paneele hin und 50 zurück. Drumherum ist ein Haus gebaut, da das Holz natürlich nicht der Witterung ausgesetzt werden kann. Der Mann versteht sein Handwerk, sehr beeindruckend wie detailliert er plastisch aus dem Holz Menschen, Tiere und auch Werkzeuge und Maschinen und ähnliches herausmodelliert hat. Allerdings gibt es keine Bilder – fotografieren verboten, wer sich darüber wegsetzt handelt „unaustralisch“. Machen wir natürlich nicht. Also selber kommen und staunen!

Danach weiter zum Lake St. Claire National Park. Dort haben wir eine leichte Wanderung entlang des Sees unternommen.

Lake St. Claire.

Der Weg entlang des Sees ist der Overland Track, den rund 5000 Leute pro Jahr von Cradle Mountain runter bis zum Lake St. Claire in etwa 5-6 Tagen gehen. Wir haben beide Enden gesehen. Am See sieht das etwa so aus:

Sehr urig, sehr grün.

Zurück nach Tarraleah. Das hat übrigens eine interessante Geschichte: Hier ist es ja bergig, und es fällt viel Regen. Also gibt es viel fließendes Wasser, und das kann man nutzen, um Strom zu erzeugen. Ab etwa 1930 hat man daher das Gebiet erschlossen und Wasserkraftwerke gebaut, die Tasmanien mit Strom versorgen. Die laufen heute noch.

Auch Wasserkraft erfordert Eingriffe in die Natur.

Man brauchte zum Errichten viele Arbeitskräfte. So entstand Tarraleah. Bis zu 1600 Leute haben hier in den 80er Jahren mal gelebt. Bis es hieß: fertig. Für den Betrieb der Kraftwerke wird fast kein Personal benötigt. Also sind die Leute weggezogen und haben zum Teil sogar ihre Häuser mitgenommen (zerlegt und abtransportiert). 2005 zählte Tarraleah noch sagenhafte 4 Einwohner. Heute ist diese Stadt eigentlich keine mehr. Jetzt ist hier nur noch eine Ferienanlage: eine Familie hat den Ort (!) gekauft und entsprechend angelegt.

So, und damit ist gut für diese Station. Abgesehen von morgen früh, da drehe ich eine Runde auf dem höchstgelegenen Golfplatz von Tasmanien, und der ist nur ein paar hundert Meter weg.

Sonnenuntergang in Tarraleah.

Tag 29 – Vom Cradle Mountain nach Tarraleah

Ein Fahrtag mit vielen Eindrücken von Tasmanien. Wir haben nicht den kürzesten Weg zu unserer nächsten Station gemacht, sondern wollten über die Westküste und dann wieder ins wilde Zentrum. Erster Halt, nach einem kurzen Stop in der beeindruckend großen Dünenlandschaft an der Küste, war Strahan. Ein Bild füge ich hier an – aber mehr der Ordnung halber. Der Cappuccino hier ging schwer in Ordnung, aber mehr hat der Ort nicht wirklich zu bieten. Man kann wohl ganz nette Bootsausflüge machen, und innerhalb der Bebauung beginnt auch schon der gemäßigte Regenwald, dessen Grün irgendwie anders ist, aber Strahan selbst ist übersichtlich und bis auf wenige Häuser unauffällig.

“Die” netten drei Häuser in Strahan.

Weiter ging es nach Queenstown. Das ist schon eine andere Nummer. Die Attraktion dort ist eine Dampfbahn, mit der man urig durch den Regenwald fahren kann. Haben wir nicht gemacht, dazu war zu wenig Zeit, aber die Bahn haben wir gesehen.

Da ist Druck auf dem Kessel!

Queenstown war eine Bergbaustadt. Hier war mal die größte Kupfermine der Welt! Es gab da einen schlauen Ingenieur namens Robert Carl Sticht, der hat die pyritische Verhüttung erfunden, die man hier bei dem Erz einsetzen konnte. Spart enorm Verhüttungskosten, hat aber leider den Nachteil, das jede Menge Giftstoffe, allen voran Schwefeldioxyd, freigesetzt werden. Das muss echt übel gewesen sein damals, gelber Nebel überall, die Pferde haben aus den Nasen geblutet, den Menschen ging es nicht viel besser, und alles andere inklusive Pflanzen gab es nach wenigen Jahren nicht mehr. War aber kommerziell ein Riesenerfolg!

Heute sieht es wieder besser aus.

Wirklich ein nettes Städtchen, auch wenn der Kasten vorne mal überholt werden muss.

Hier noch ein Bild von einem hoch gelegenen Aussichtspunkt auf das kleine Städtchen. Die Minen sind eher auf der anderen Seite, das sieht man von der Stadt aus nicht. Aber natürlich ist noch gut erkennbar, wo da überall gebuddelt wurde.

Ordentlich kurvig bergan hinter Queenstown.

Kurz hinter Queenstown sind wir dann durch große Areale gefahren, in denen die Bäume abgestorben sind. Wir haben aber nicht herausgefunden, ob das noch sichtbare Auswirkungen von damals sind.

Ganze Hänge mit toten Bäumen, dazwischen aber immer auch grüne Inseln.

Dann ging es wieder durch Nationalparks, unterbrochen durch einen kurzen Spaziergang, bis hin nach Tarraleah, unserer nächsten Station.

Tag 28 – Montezuma Falls und Cradle Mountain National Park

Nur leichte Wanderungen heute. Nach dem gestrigen Tag war etwas Schonung angesagt. Gestartet sind wir mit einem Ausflug zu den Montezuma Falls. Mit gut 100m Fallhöhe einer der höchsten Wasserfälle Tasmaniens. Man kann nicht einfach mit dem Auto ranfahren, sondern muss die letzten vier Kilometer zu Fuß erledigen. Und der Track hat Geschichte.

Fußweg zu den Montezuma Falls.

Wie man am Bild oben sieht, hat da jemand ganz schön Schneisen geschlagen. Das war im späten 19. Jahrhundert, als man nämlich von den Erzminen im Landesinneren das Erz zum Verhütten an die Küste schaffen musste. Und dazu hat man eine Bahn gebaut, nur 60cm Spurbreite. Also knapp größer als H0. Das Metall ging dann zum größten Teil nach Deutschland, um damit dann Waffen zu bauen. Mit Ausbruch des 1. Weltkrieges fand dieses Geschäft begreiflicherweise ein jähes Ende, was erst die Minen zum Erliegen brachte und in den 30er Jahren auch zum Ende der Bahn führte. Der Weg führt nun entlang der alten Bahnstrecke, teilweise sind die Schwellen noch da.

Montezuma Falls.

Der Wald an dieser Strecke war damals übrigens großflächig abgeholzt worden, hat sich inzwischen aber vollkommen erholt. 3000mm Regen pro Jahr haben dabei ungemein geholfen. Heute war es aber trocken.
Nach diesem Ausflug ging es zurück in den Nationalpark.

Manche Tracks sollte man nicht spontan auswählen, wenn man nicht zufällig ein Zelt dabei hat.

Wir wollten in der Dämmerung noch einmal rein, um Wombats zu beobachten. Die hatten sich am Tage gut versteckt. Erst mal aber noch ein 40-Minuten-Rundgang durch moosbewachsenen Wald mit uralten Kiefern (King Billy Pines) als besonderen Bäumen.

Andrea rettet den Wald vor dem Einsturz.

Und auch bei diesem Rundgang gab es wieder unglaublich schöne Aussichten, diesmal mit Abendstimmung.

Eine Lichtung beim Mooswaldsrundgang.

Dann ging es runter zum Ronny Creek. Nachdem wir uns oben schon über ein paar Wombats gefreut hatten, die durch das Unterholz krochen, war dann hier das große Abendessen angesagt: jede Menge Wombats!

Geht auch als Plüschtier durch.

Gar nicht scheu grasen die da ruhig vor sich hin. Riesenmeerschweinchen mit zu dick geratenem Kopf!

Tag 27 – Cradle Mountain National Park

Das haben wir wandermäßig aber ausgekostet heute! Morgen werden wir leiden, Knie, Hüfte, alles. Aber das war es wert.
Los ging es wie geplant relativ früh mit dem Bus zum Startpunkt der Wanderung, die uns vom Ronny Creek Haltepunkt über den Crater Lake zum Marions Lookout und dann zurück zum Dove Lake führen sollte.

Kurz nach dem Start der Wanderung.

Die Vegetation ist doch etwas ungewöhnlich. Diese kleinen Palmen hier sind nach Auskunft von Andrea eigentlich Heidegewächse. Ein sehr feuchtes Gebiet haben wir zunächst durchquert. Dann ging es hoch am Crater Lake vorbei und zu Marions Lookout. Das ging auch erstaunlich flott. Und wenn man noch Zeit hat, dann kann man ja vielleicht noch etwas näher an den Cradle Mountain. Führt ja auch ein Weg hin.

Kurz hinter Marions Lookout – Cradle Mountain in der Mitte.

Am Fuß des Berges kommt einem dann auch die Idee, dass man da ja noch raufkönnte. Führt ja auch ein Weg hin.

Man sieht es, nicht? Ab dem steinigen Abschnitt geht es etwas nach rechts.

Ein paar Bilder zur Abschreckung von dem steinigen Teil des Aufstieges hatten sie mir im Visitor Center schon gezeigt, das war aber höchstens die halbe Wahrheit.

Was man so Weg nennt in Tasmanien.

Der Aufstieg ist nicht lang und auch gar nicht so hoch – ca. 300 Höhenmeter. Aber man kommt nicht wirklich voran, es geht abenteuerlich über riesige Steinfelder, nur Stöcke zeigen an, wo der Weg verläuft. Richtige Kletterarbeit mit allen vieren. Aber oben angekommen war es grandios.

Irre Fernsicht mit Bergen hinter Bergen hinter Bergen.

Etwas geschummelt haben wir doch – der “richtige” Gipfel wäre noch 20 Minuten weiter gewesen, wozu man erst wieder ein Stück herunter und dann wieder heraufklettern hätte müssen. Dann wäre man noch ein paar Meter höher gewesen, aber das haben wir uns geschenkt.

Auf dem Rückweg noch schöne Ausblicke über den Lake Lilla und den Dove Lake.

Der Rückweg wurde dann lang. Aber da muss man halt durch. Und es gab auch noch vieles zu sehen.

Der Wombat Pool. Leider keine Wombats.

Insgesamt ein sehr schöner Tag in der tasmanischen Wildnis. Der Park zählt zum UNESCO Natur-Welterbe. Abgesehen von dem geregelten Zugang von Touristen, für die auch Wanderwege angelegt wurden, ist hier in einem riesigen Gebiet wirklich nur reine Natur.