Tag 19 – Von Etosha zum Waterberg

Heute wieder fahren, aber nicht zu viel. Zwischenstopp in Outjo – Verilee montiert uns ein neues Kennzeichen vorne. Inklusive Halterung, damit es nicht gleich wieder verschwindet. Hat gut geklappt mit der Organisation mit Europcar (die Rechnung ist allerdings meine).

Und bald darauf ist er auch schon zu sehen, der Waterberg. Sehr markant.

Der Waterberg und das bekannte Waterberg-Plateau. Sehr eindeutig!

Die letzten paar Kilometer zur Unterkunft sind abenteuerlich. Teilweise ziemlich steil bergan, und eher ein Trampelpfad als eine Straße. Endlich mal den Allradantrieb testen! Dann taucht die Unterkunft auf, und es ist erstaunlich grün und blüht sogar!

Bougainvillea bis ganz oben. Ein schönes Willkommen hier!

Eine richtig tolle Location, mal wieder am Ende der Welt, blickt man auf die letzten Kilometer zurück.

Unüblich für Namibia sind wir an der Rezeption mit ausreichend Informationen über die Wandermöglichkeiten hier ausgestattet worden. Und das passt uns alles prima in den Kram! Heute geht noch eine kleine Wanderung zur Quelle am Ende des Tales. Aus der Quelle versorgt sich auch die Lodge. Ausgezeichnetes Wasser. Überhaupt Wasser: der Waterberg erhöht durch seinen Einfluss die Regenmenge. Sind es in der Ebene nur etwa 380mm pro Jahr, so fallen hier am Rand schon etwa 580mm. Zusammen mit den Quellen (Waterberg, aha!) erklärt es die fast schon üppige Vegetation hier.

Der Trail ist angemessen für unsere Ambitionen.

Andrea sucht den Weg. Nein, so schwierig war das nicht.

Sieht nicht nach Weg aus, ist aber einer, kein Problem. Unterwegs begegnet uns ein Raubadler auf seinem Ansitz.

Sehr schön hat er sich in Pose geschmissen!

Und es gibt rundum schöne Ausblicke auf die Abbruchkante des Plateaus. Da geht es morgen rauf, wenn nichts schiefgeht (nur mit Führer, Naturpark!).

Der Guide wird hoffentlich wissen, wie man da hochkommt.

Tag 18 – Etosha zum zweiten

Heute sind wir recht früh zur zweiten Runde durch den Park gestartet. Manche Leute meinen, man soll hier in die Ferne schauen und nach den „Big Four“ Ausschau halten. Manchmal sollte man aber auch aufpassen, wo man hintritt.

Sowas von saftiger Tausendfüßer!

Der Oschi war sicher gute 30cm lang. Eine Hauptmahlzeit, wenn man es mag.

Auch nach oben schauen ist manchmal gut. Es gibt da wohl einen Ornithologenwitz, den ich nicht verstanden habe „Ich glaube, ich habe einen Weissbürzel-Singhabicht gesehen“. Warum auch immer das lustig sein soll, hier ist er wirklich:

Wie ein Greif das so macht – das ist mein Revier! Komm mir bloß keiner auf dumme Gedanken!

Angekommen bei den Vögeln soll auch die Großtrappe nicht fehlen, die uns über den Weg lief.

Auch ein imposanter Vogel – tolle Tierwelt hier!

Manchmal ergaben sich auch geradezu surreale Ausblicke Richtung Horizont.

Wie Fähnchen im Wind.

Man sieht, viel war unterwegs. Und am Ende haben wir sie doch noch gefunden, die Elefanten.

Beeindruckend!

Löwen waren uns nicht vergönnt, aber mit der Ausbeute hier zur Regenzeit sind wir sehr zufrieden. Zum Abschluss ein Strauß – was für Granaten, da sind Emus aber Zwerghühner gegen.

Sieht auf dem Kopf etwas merkwürdig aus – aber er hat einen Irokesen!

Am Ausgang des Parks hatte Andrea noch Souvenirs gesehen, die von authentisch gekleideten (also im wesentlichen unbekleideten) Frauen angeboten werden. Da mussten wir dann halten. Die Verhandlungen gestalteten sich herausfordernd. Man kann jetzt immerhin feststellen, dass die Aufgabe „Souvenirläden besuchen“ für diesen Urlaub beendet ist. Die ganze Story (bebildert) gibt es bei uns zu Hause, nicht im Internet. Lustig.

Tag 17 – Etosha

Kein Problem mit unserem selbstgemalten Nummernschild. Man lässt uns freundlich rein in den Park. Andrea regt sich tierisch über die Komplexität der namibischen Bürokratie sowie die nicht-adäquate Versorgung der Touristen mit Informationen auf. Dabei ist das Prozedere doch klar: Parkeingang: Reisepass, Wohnort, nächster Aufenthaltsort, Autokennzeichen, Aufenthaltsdauer im Park, Telefonnummer etc. Mit dem abgehakten Zettel dann in Okaukuejo zum Schalter für das Eintrittsgeld. Und dann auf der anderen Straßenseite in den Touri-Shop, um eine Karte des Parks zu erstehen. Wie sollte das denn einfacher gehen?

Und dann los. Tatsächlich sind wir schon am ersten Wasserloch angetan von der Menge der anwesenden Tiere: Giraffen, Springböcke, Gnus.

Da hat man schon so einen langen Hals, und dann reicht der immer noch nicht vernünftig bis auf den Boden.

Und dann kam tatsächlich auch noch ein Schakal vorbei!

Etwas zersaust, aber das ist für einen Schakal wohl normal.

Im Laufe des Tages kommen noch viele Großsäuger dazu: Kuhantilopen, Kudus, Impalas, Oryxe, Rhinozeros, Pavian. Bilder davon gibt es im Internet oder bei uns, wenn wir wieder zu Hause sind. Beeindruckend vor allem die schiere Dichte an Wild. Vor allem Springböcke haben wir in Herden von teilweise über 100 Stück gesehen.

Und Steppenzebras gab es auch jede Menge, Und die arbeiten sogar daran, dass die Touris demnächst noch mehr Zebras zu sehen bekommen.

Der Nachbar will auch lernen, wie das geht.

Elefanten ließen sich leider nicht blicken, obwohl sie zahlreich im Park vorkommen sollen. Morgen kommt der nächste Versuch. Für Löwen braucht man allerdings schon eine gehörige Portion Glück. Einmal, um sie zu sehen, und dann, um heil wieder davonzukommen. In Okaukuejo hat es wohl vor gar nicht langer Zeit einen schlafenden Touri erwischt.

Vögel gab es auch viele. Und noch anderen Spaß. Zum Beispiel ein obersüßes kleines Nagetier.

Das ist ein Ockerfußbuschhörnchen. Vielleicht. Wer weiß es besser?

Außerdem gibt es an einer Stelle die Möglichkeit auf die Etosha Pan zu fahren. Da darf man sogar aussteigen, das ist sonst im Park verboten. Sehr eindrucksvoll, man kommt sich schnell sehr verloren vor.

Irgendwo zwischen nichts und gar nichts.

Gegen halb sieben waren wir zurück, gut durchgeschüttelt von all dem Gravel. Europcar will uns wohl ein neues Kennzeichen montieren – schauen wir mal. Bisher kommen wir auch ohne klar.

Tag 16 – Fahrt nach Etosha

Ein kurzer Blog heute – von der Fahrt gibt es nämlich nicht wirklich viel zu berichten. Vor dem Aufbruch haben wir die Vingerklip Lodge noch einmal begutachtet. Das ist sehr liebevoll angelegt, mit Skulpturen hier und da.

Zumindest hier sieht man Giraffen. Bisher hatten wir ja nur eine bei Windhoek.

Dann war vor dem Aufbruch auch noch Zeit für einen Spaziergang zum Vingerklip. Ein beeindruckendes Teil!

Die Fingerklippe. Passt.

Und das war es auch schon fast. Den Nachmittag haben wir im Etosha Village verbracht und sind noch nicht in den Park. Das kommt morgen. Ich kann aber ein Bild vom Anflug hier einfügen, da sieht man sehr schön die Etosha Pan.

Markant schon vom Flugzeug aus.

Die große Ebene sieht immer mal wieder Wasser, das dann aber verdunstet, und zurück bleibt mit der Zeit salziges (ich meine, das war so. Ich sollte noch mal nachlesen…). Die Route durch den Park führt entlang dieser Etosha Pan im dunklen Bereich auf der linken Seite. Dort sind auch die Wasserlöcher. Und da werden wir morgen mal schauen, ob wir Tiere finden können. Wenn sie uns reinlassen. Wir haben nämlich unser vorderes Nummernschild verloren, bestimmt liegt das irgendwo zwischen Solitaire und Swakopmund. Nun haben wir uns ein neues gemalt und hinter die Windschutzscheibe gepackt. Mal sehen, ob das funktioniert. Morgen mehr.

Tag 15 – In das Damaraland

Die heutige Tour führt uns über Uis und Khorixas zur Vingerclip Lodge im Damaraland. Bevor es losging kam aber noch Besuch bei uns an der Ai Aiba Lodge vorbei.

Das Zähneputzen stelle ich mir mühsam vor.

Ein kleiner Trupp Warzenschweine, hier im Bild die Bache.

Dann ging es los. In Uis kommt man dem Brandberg recht nahe, dem höchsten Berg Namibias. Das Massiv ist vulkanischen Ursprungs und hebt sich mächtig aus der Umgebung. Bei Khorixas haben wir dann einen Abstecher zu dem „Petrified Forest“ gemacht. Etwa 50km westlich liegt ein Gebiet, in dem es vor rund 240 Millionen Jahren mal ein katastrophales Ereignis gegeben haben muss. Es hat einen ganzen Wald umgemäht, der aber anscheinend sofort von einer dicken Sedimentschicht begraben wurde. Das Holz selbst ist zwar verschwunden, aber die Stämme sind unter den speziellen Bedingungen praktisch in Stein umgewandelt worden, also mineralisiert. Erstaunlich, wie sich auch kleinste Details des Holzes erhalten haben, inklusive der Rinde. Im Bild ist „Big Mama“, ein Stamm mit 1,2m Durchmesser. Das ist echt kein Holz mehr, sondern Stein!

Die Bäume sahen schon vor 240 Millionen Jahren so aus wie heute.

Weiter auf dem Weg zur Unterkunft tauchen plötzlich überall Termitenhügel auf. Tagsüber ist aber völlige Ruhe, also konnte sich Andrea mal anlehnen.

Die größten Teile werden locker 2,5 bis 3m hoch.

Dann kamen wir langsam Richtung Lodge. Und was für eine Gegend! Monument Valley in Afrika!

Bei einer Immobilie zählt Lage, Lage und nochmals Lage!

Im Bild sieht man die Lodge etwa in der Mitte, rechts oben auf dem Berg ist das Restaurant, in dem wir später gegessen haben. Wieder eine äußerst coole Unterkunft!

Erst lief uns noch eine blaue Eidechse über den Weg. Also mal wieder ein Eidechsenbild.

Ohne Tierbilder geht in diesem Blog nichts!

Dann ging es rauf zum Restaurant. Ca. 15 Minuten recht ordentlicher Aufstieg (kein Taxi!), aber es lohnt sich. Was für ein Panorama von da oben. Und natürlich wieder Sonnenuntergang. Douglas Adams hat sich geirrt – das wahre Restaurant am Ende des Universums steht hier. Wer jemals in der Vingerclip Lodge übernachten sollte – dieses Restaurant buchen. Die Ausblicke in den nächsten Bildern machen es vielleicht klar.

Das sieht zwar etwas merkwürdig aus links der Mitte, war aber wirklich ein Regenbogen,
Der Blick Richtung Etosha. Links die namensgebende Vingerklip.

Heute noch ein Bonus: Dit un datt.

Englisch ist zwar Amtssprache in Namibia, aber es ist bei den wenigsten die Muttersprache. Jeder kann ein bisschen, so dass es zur Verständigung reicht, die Aussprache ist aber manchmal sehr gewöhnungsbedürftig. Mehrfaches Nachfragen ist häufiger mal nötig. Macht aber nix, alle sind geduldig.

Beim Tanken heißt „volltanken“ auch wirklich voll. Ich habe außerhalb von Namibia selten erlebt, wie akribisch man einen Tank wirklich exakt bis zur Unterkante des Einfüllstutzens füllen kann. Dauert auch eine ganze Weile, ist aber eben so. Sonst ist ja nicht voll.

Sprüche:

„Kommt nix“

Kurzer Kommentar an nahezu jeder Kreuzung im nirgendwo.

„Die Hektik wurde nicht in Namibia erfunden“

Geschuldet der Tatsache, dass „5 Minuten“ in Namibia eine praktisch beliebige Zeitspanne zwischen etwa 10 und 45 Minuten bedeuten.

„Deine Frauenmusik klingt auch mit jedem Stück gleich“

Ja, kann halt nicht jeder einen so erlesenen Musikgeschmack nachvollziehen.

Tag 14 – Ai Aiba

Diesen Tag verbringen wir noch auf der Lodge. Und wieder mal früh aufstehen! Wir haben eine „Walk and drive“-Tour gebucht, und man startet früh, um nicht in der Sonnenhitze durchgeglüht zu werden. Also halb sieben aufstehen, schnelles Frühstück, und halb acht geht es los. Wie sich herausstellt, sind wir die einzigen, die s´diese dreistündige Tour gebucht haben. Alex ist unser Guide, der hat uns gestern schon zum Sonnenuntergang geführt (mit einigen anderen) und ist ziemlich fachkundig und nett. Also freuen wir uns auf diese private Tour!

Wir fahren im seitlich offenen Jeep über das Farmgelände.

Safari-Feeling

Nach rund 20 Minuten der erste Stopp und der Beginn einer kleinen Wanderung. Walk and drive halt. Unglaublich, wie viele Spuren von Tieren hier im Sand zu finden sind! Und Alex kennt sie natürlich und kann uns berichten. Neben den bekannten Kudus, Oryxen und Springböcken kamen hier auch Zebras, Giraffen und Hyänen durch. Die lassen sich leider am Tag nicht blicken. Interessante Informationen auch zu der Effektivität der Verdauungstrakte verschiedener Tiere und der Ködelkonsistenz. Macht sich gut in Anbetracht der Tatsache, dass ich mit Montezumas Rache kämpfe.

Wie gesagt, wenig Tiere zu sehen, aber interessante Vögel, zum Beispiel ein Hornvogel, der Monteirotoko.

Schön hat er sich da hingesetzt.

Außerdem gibt es in der Gegend über 200 Stellen mit Felsmalereien. Die sind steinalt (ca. 2000 Jahre) und haben sich über alle diese Zeit gehalten und sind noch immer sichtbar. Unglaublich. Man kennt auch nicht die Geschichte dieser Malereien, da sie entstanden, bevor San, Herero, Okambo oder wer auch immer hierherkamen. Sie waren einfach schon da.

Nicht antatschen!

Und dann haben wir doch noch ein größeres Tier gefunden: eine riesige Schildkröte.

Da hockt sie!

Dann ging es auch schon zurück, bevor die Sonne einem den Schädel wegbrennt, zu einem entspannten Nachmittag im Schatten. Andrea am Pool und Vogelbeobachtung, ich mit Astrobildern, Blog, etc. Und zwischendurch auch gerne mal ein Kaltgetränk. Ich glaube, das nennt sich Urlaub.

Hier noch ein Papagei, der dann mal vorbeischaute:

Ein niedlicher Rosenpapagei!

Gestern Abend war auch der erste Abend, an dem ich die Astrokamera mal ausgepackt habe. Bisher stört der Mond oder Swakopmunds Helligkeit, aber nun wird es besser. Nicht ganz einfach hier, von unserer Unterkunft ist der Südpol nicht zu sehen (Felsen), außerdem finden sie es toll, die Felsen anzustrahlen. Daher ein Minimalprogramm. Orion nahe des Zenits bei ca. 30mm Brennweite, das ging. So sieht das dann nach einer Stunde Belichtung aus:

Ein ziemlich bunter Orion.

Na ja. Barnards Loop ist ganz gut zu sehen, aber die Felsbeleuchtung hat doch Gradienten reingebracht, und quick and dirty kriege ich es nicht besser hin.

Tag 13 – Von Swakopmund ins Erongo-Gebirge

Jetzt ist aber gut mit Sommerfrische, jetzt geht es wieder weiter durch Namibia.

Das ist eine relativ kurze Anfahrt heute, nur knappe 200km. Ziel ist das Ai Aiba, eine Lodge mitten im nirgendwo des Erongo-Gebirges. Aber sehr schön gelegen. Das sind teilweise schon irre Unterkünfte, solche Gegenden bekommt man sonst gar nicht zu sehen. Man fährt ja nicht wegen großen Steinen irgendwo weit hin, aber wenn da eine Lodge ist und man ein tolles Panorama und super Essen hat, dann ist das schon etwas anderes.

Ein bisschen Klettern zum Sonnennuntergang, und schon hat man einen schönen Ausblick auf die Anlage.

Es ist auch etwas grüner hier, nicht nur bei der Lodge selbst, sondern in der gesamten Gegend. Einen schönen blühenden Kaktus haben sie am Eingang.

Morgens sind die Blüten auch offen, tagsüber in der Hitze schließen sie sich.

Und Andrea hat natürlich wieder jede Menge Vögel entdeckt, auch zwei Papageienarten darunter. Immerhin, die hübsche Königswitwe konnte ich auch ablichten.

Viel Schwanz, wenig Vogel.

Ebenfalls von der Kletterei am Abend: schöne Stimmung mit Blick über die Ebene. Man sieht relativ viele Büsche und Bäume. Natürlich ein arides Klima hier, aber da ist schon einiges an hartnäckigem Zeug, das sich von wenig Wasser nicht beeindrucken lässt.

Sylvester bleibt natürlich ohne Feuerwerk. Keine große Feier hier, aber das ist auch nicht nötig. Allen daheim ein Frohes Neues Jahr!

Tag 12 – Walvis Bay Lagoon

Heute ging es ein kleines Stück zurück, ein Tagesausflug von Swakopmund aus nach Walvis Bay. Dort gibt es eine langgezogene Lagune, die tausende Flamingos und viele weitere Wasservögel beheimatet.

Zwergflamingos in der Lagune

Man kommt auch gut ran und kann die sehr speziellen Schnäbel mal in Nahaufnahme ablichten.

Die Schnäbel werden mehr oder weniger kopfüber durch den Schlick gezogen.

Auch Säbelschnäbler finden sich hier, wie eine Menge Limikolen und auch bekannte Vögel aus unserem Watt: Regenpfeiffer und Sanderlinge beispielsweise. Andreas Vogelbeobachtungsliste wurde heute mächtig viel länger.

Ein ganz anderer Schnabel.

Wir sind noch etwas um die Lagune herum gefahren, an den Salinen vorbei und bis zum Atlantikstrand. Da ist ein Riesenverkehr: die große Attraktion scheint es zu sein, sich in einen ordentlichen Jeep mit Vierradantrieb zu begeben und sich dann 50km am Strand entlang nach Sandwich Harbour braten zu lassen. Wir hatten diese Angebote gesehen und überlegt, weil Sandwich Harbour wohl ganz beeindruckend ist (die Wüste reicht mit den Dünen bis an den Strand), aber nachdem wir den Auflauf gesehen haben waren wir froh, auf eigene Faust unterwegs zu sein.

Ein etwas anderes „Straßenschild“.

Ansonsten hat Walvis Bay für Touristen nicht viel zu bieten. Den einzigen Tiefwasserhafen Namibias, deshalb sehr viel Schiffsverkehr und Hafenanlagen. Aber Swakopmund ist als Badeort sehr viel attraktiver. Zum Beispiel kann man nach einem Bad im Atlantik (Andrea ganz, Carsten natürlich nur 2/3) nett im Tiger Reef abhängen.

Strandbar ist immer gut. Hier besonders.

Für Abends haben wir 2 Tage vorher noch einen späten Platz bei Gabrieles Pizza reservieren können. Also ein Geheimtipp ist das nicht mehr. Komplett ausgebucht. Aber echt leckere Pizza und ein unvergleichliches Pannacotta!

Morgen geht es wieder in die Einsamkeit!

Tag 11 – Welwitschia

Welwitschia ist kein Ort, Welwitschia ist eine Pflanze. Und wenn man mit einer Biologin zusammen verreist, dann muss man auch mal 70km in die Wüste fahren, um eine ziemlich verdorrte, aber letztendlich doch beeindruckende (weil rund 1500 Jahre alt) Pflanze zu bestaunen.

Also, es ging heute auf den Welwitschia-Trail, für den man sich zunächst mal in Swakopmund in einem echt runtergekommenen Haus bzw. einer Burg ein Permit besorgt. Dann geht es raus aus Swakopmund, und da die Namibianer mit Informationen sehr sparsam umgehen sucht man dann den Weg. Letzlich doch gefunden und in die Wüste gestartet. Erst einmal geht es durch die sogenannte Mondlandschaft. Passender Name.

Wenn es etwas ebener wäre, dann könnten hier die Amis auch die Mondlandung gedreht haben.

Es gibt noch ein paar mehr oder weniger spannende Haltepunkte auf dem Trail, aber am Ende taucht die große Welwitschia auf.

Das gute Stück. Seit ca. 1500 Jahren steht sie da und krepelt vor sich hin.

In der Nähe gibt es noch viele weitere Welwitschia, aber diese ist die größte und älteste. Sie blühen auch gerade, das hier ist ein Weibchen. Klar, Frauen werden älter als Männer. Es sieht nicht so aus, aber Welwitschia haben genau zwei Blätter, die langsam immer weiter wachsen. Sie splitten sich nur auf, so dass es am Ende nach mehr aussieht.

Auf dem Rückweg nahmen wir einen kurzen Umweg in Kauf. Da stand nämlich „Ice Cold Beer – 4km“. Und dann war mitten in der Wüste ziemlicher Trubel. Mit Biergarten, Camping, Zoo und den mittlerweile unvermeidlichen Rostlauben als Deko. Für uns gab es Kalahari Shandy.

Eine Oase mitten in der Wüste!

Am späten Nachmittag wollten wir aber noch etwas von Swakopmund haben und sind erst mal zum „The Tug“, um erstklassig Fisch zu essen. Ein Tug ist ein Schlepper, und die Hütte ist aus alten Bootsteilen zusammengestückelt. Direkt am Meer, draußen sitzen, Sonne genießen und essen, zusammen mit einem leckeren, gekühlten Weißwein. Ja, das ist jetzt fies gegenüber den Dezember-Daheimgebliebenen. Aber wir haben kein schlechtes Gewissen!

„The Tug“ ist etwas links der Mitte. Oben der Kommandostand des Kapitäns.

Dann gab es einen schönen Sonnenuntergang. Ganz klassisch, nur Meer, Himmel und die Sonne.

Ach Gott, so viele, und immer wieder schön…

Und noch einen kleinen Blick auf Swakopmund, das Wahrzeichen: der Leuchtturm.

Im letzten Abendlicht.

Tag 10 – Von Sossusvlei nach Swakopmund

Na, zunächst noch ein Nachtrag von gestern: die Grillattacke hat funktioniert. Das Männchen hat Feuer gemacht und dem Weibchen leckere Speisen zubereitet. Schön richtig über Holzfeuer Oryx und Wildbratwurst, Knoblauchbrot und Gemüse gemacht. Das Holz ist enorm dicht, ich glaube, das schwimmt nicht mal. Aber als alter Kaminanzünder habe ich auch das anbekommen.

Grillen vor unserem Häuschen. War echt gemütlich.

Gut 80km von Sossusvlei entfernt gibt es „den“ Verkehrsknotenpunkt in der Gegend: Solitaire. Wir haben einen Zwischenstopp eingelegt und innerhalb von 30 Minuten wirklich alles gesehen, was es da so gibt: z.B. alte Autos (scheint in Namibia Tradition zu haben).

Rostige Oldtimer sind überall schicke Deko – sogar für einen ganzen Ort.

Und Fuchsmangusten:

Nein, das ist kein Erdmännchen, sondern eine Fuchsmanguste. Das ist was total anderes!

Außerdem eine Tankstelle, einen Campingplatz, eine Bäckerei mit landesweit berühmtem Apfelkuchen und einen internationalen Flughafen. Zumindest gibt es das Schild für letzteren.

Ab da war die Fahrt nach Swakopmund teilweise recht anstrengend. Insgesamt waren es heute ca. 350km. Fast alles Gravel Roads, und teilweise in echt miesem Zustand. Normalerweise kann man da mit 80 Sachen drüber, aber hier waren Strecken dabei, bei denen man ab 30km/h die dauerhafte strukturelle Integrität des Autos in Zweifel ziehen musste. Insbesondere als es durch eine Canyonlandschaft ging (ein weiterer Stopp, ganz nett) waren Schlaglöcher und Querrillen von ganz exquisiter Qualität. Aber gegen vier Uhr war Swakopmund mit Luft in allen vier Reifen erreicht (die Strecke gilt als Reifenmörder!). Nette Unterkunft für die nächsten drei Tage!

Noch eine erste Runde durch Swakopmund. Man fühlt sich wie zu Hause:

Ein Brauhaus gibt es auch. Bier aus Stiefeln und als Maß selbstverständlich.

Nein, ganz nett, ein quirliger Badeort, ganz anders als Namibia bisher. Und morgen gibt es dann auch ernsthafte Fotos von hier.